Reisebericht: Von der Goldküste ins Engadin
 

Von der Goldküste ins Engadin - und zurück

Musikverein Harmonie Erlenbach vom 8.-10. Juli auf Musikreise

mibo. Von langer Hand vorbereitet nahm das MVHE-Vordetachement, mehrheitlich bestehend aus Aktiv-Harmonischen Vereinsmitgliedern (sog. AHV-Bezügern) bereits am Freitagmorgen die Reise nach Sent im Unterengadin in Angriff - ganz dem Zeitgeist folgend und ökologisch vorbildlich - mit den öV.

Der Hauptharst folgte sodann am Abend unter kundiger (Reise-)Leitung von Sepp Huser, verstärkt durch zahlreiche Familienangehörige und beladen mit allerlei musikalischem Holz und Blech, nach. Das Nadelöhr Zürich HB konnte erfolgreich und ohne Blechschaden passiert werden und im reservierten SBB-Wagen ging's flott bis nach Landquart voran. Dann umsteigen in den roten RhB-Zug und ab ging's durchs Prättigau bis nach Klosters, durch den Vereinatunnel bis nach Scuol und mit dem Postauto hinauf nach Sent. Als wir gegen 21 Uhr mit knurrendem Magen im Hotel Rezia eintrafen, waren unsere vorgereisten Musikkameraden bereits mit dem Dessert beschäftigt, so dass uns endgültig das Wasser im Mund zusammenlief und wir uns heissgungrig auf die servierten Rezia-Teller stürzten.

Samstag: Ausschlafen - Fehlanzeige! Bereits vor 8 Uhr fand das Frühstücksbuffet regen Zuspruch, denn um 9 Uhr erwartete uns eine spannende Führung durch das Dorf Sent. Wer hätte schon gewusst, dass das Dorf zweimal von österreichischen Heeren eingeäschert wurde, dass Sent bis Ende des 19. Jh. die bevölkerungsreichste Gemeinde im Engadin war und dass die Fläche von 112 km2 grösser als diejenige der Stadt Zürich ist?

Nachdem wir die Wanderschuhe gebunden und den Rucksack angeschnallt hatten, fuhren wir mit dem Postauto nach Scuol und mit der Bergbahn nach Motta Naluns, wo die einen erst mal einkehrten und die anderen schon mal loszogen, denn die Strecke bis nach Sent war nicht ohne! Für die Strapazen wurden wir mit herrlichem Wanderwetter und auf dem letzten Abschnitt sogar mit einem Überraschungs-Apéro belohnt.


Platzkonzert Dorfplatz Sent unter der Leitung von Reinhard Staub!
 

Konzert Dorfplatz Sentunter Stabführung des Komponisten Hans Neuenschwander
bei der Polka "Grüsse aus Sent"

Dann hiess es ab unter die Dusche, verpflegen und bereitmachen für unseren Auftritt auf dem Dorfplatz von Sent: Pünktlich um 19.30 Uhr spielte der MVHE mit Verve auf - kein Wunder, waren doch unsere Lungen mit viel frischer Bergluft gefüllt. Nach gelungenem Konzert verlagerte sich das Geschehen ins Wirtshaus, von wo gut informierte Kreise berichteten, dass die Wirtin um 2 Uhr früh zu Bett ging, nicht so aber die letzten Gäste…

Am Sonntag ging es auch schon wieder früh los, denn es galt, in Pontresina eine Wette einzulösen. Das Postauto war zum Bersten gefüllt wie ein blau-weisser VBZ-Bus zur Stosszeit und wir waren froh, in Scuol in den Zug umsteigen zu können. In Pontresina empfing uns Markus Rauch, eh. Aktivmitglied, und führte uns ins Dorf. Dort erwartete uns schon unser Revisor, Pius Rüdisüli. Zur allgemeinen Überraschung tauchte plötzlich auch der Erlenbacher Gemeindepräsident, Ferdy Arnold, auf, der im Oberengadin seine Ferien verbrachte. Wir liessen uns nicht lange bitten und spielten im Garten des Hotels Post flott auf. Pius verlor schliesslich seine Wette, denn wir spielten auch den Sechseläuten-Marsch, so dass wir mit einem Zustupf für unsere Vereinskasse die Heimreise antreten konnten.

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